Wasser ist lebensnotwendig. Das Trinken von Wasser stellt sicher, dass alle entscheidenden Funktionen des Körpers gewährleistet sind. Doch welche Bedeutung kommt dem kostbaren Nass bei der Gewichtsabnahme zu?

“Trinken Sie mehr Wasser” ist seit langem eine allgemeine Empfehlung für das Erreichen und Aufrechterhalten eines gesunden Körpergewichts. Die meisten Menschen führen dies auf die appetitsenkende Wirkung eines mit Wasser gefüllten Magens, das Ersetzen von zuckerhaltigen Getränken mit Wasser, den erfrischenden Effekt während einer Sporteinheit um durchzuhalten und das Reinigen des Körpers von Giftstoffen, die den Stoffwechsel träge machen, zurück. All diese Effekte sind in der Tat relevant. Klinische Studien haben jedoch mindestens einen zusätzlichen Mechanismus bestätigt und einen möglichen zweiten entdeckt.

Bereits im Jahr 2003 wurde in einer in Deutschland durchgeführten Schlüsselstudie die Wirkung des Trinkens von regulärem Wasser auf die Stoffwechselrate – also die Geschwindigkeit, mit der Kalorien “verbrannt” werden, um Energie zu erzeugen – untersucht.1 Die Forscher fanden heraus, dass das tägliche Trinken von zwei Gläsern (insgesamt 500 ml) Wasser mit “Raumtemperatur” (22°C) die Stoffwechselrate bei Männern und Frauen um 30% erhöhte. Der Anstieg erfolgte innerhalb von 10 Minuten nach dem Trinken des Wassers und erreichte nach 30-40 Minuten den höchsten Punkt. Fast die Hälfte der Wirkung wurde der als “Thermogenese” bekannten natürlichen Körperreaktion zugeschrieben, dem kühlenden Effekt des Wassers durch Eigenerwärmung zu begegnen. Zwischen den Geschlechtern wurde ein Unterschied dabei beobachtet, welcher Hauptkraftstoff für die Thermogenese verwendet wurde – der männliche Stoffwechsel nutzte Fette während bei Frauen Kohlenhydrate verbrannt wurden.

Vier Jahre später, im Jahr 2007, führte dasselbe Forschungszentrum eine Folgestudie durch, welche die steigernde Wirkung des Trinkens von Wasser auf den Stoffwechsel bestätigte.2

Eine 2011 von einer israelischen Forschungsgruppe vorgenommene Studie stellte eine ähnliche Wirkung bei übergewichtigen Jungen im Alter von 8-11 Jahren fest.3 Dabei wurde eine durchschnittliche Steigerung der Stoffwechselrate um 25% innerhalb von 24 Minuten nach dem Trinken von kaltem (4°C) Wasser bei Mengen von 10 ml / kg nachgewiesen. Die Wirkung dauerte 40 Minuten an. Es wurde angeregt, dass neben der thermogenen Wirkung eine mögliche Erklärung in der metabolischen Förderung der Muskeln durch Hydratation zu finden sei. Das Muskelgewebe von übergewichtigen Personen ist tendenziell weniger gut mit Flüssigkeit versorgt und dadurch weniger metabolisch aktiv – daher könne die Veränderung dieses Zustandes zu einer erhöhten Verbrennung von Energie beitragen.

Ergebnisse einer unter Frauen durchgeführten polnischen Studie, die Ende 20124 veröffentlicht wurden, bestätigten nicht nur die thermogene Wirkung durch das Trinken von Wasser, sondern stellten zudem fest, dass die Stoffwechselrate übergewichtiger Frauen sich mit einer Steigerung um 20% stärker veränderte als bei normalgewichtigen Probanden (12%). Damit unterstützt diese Studie die These, dass die Hydratation von Muskeln Einfluss auf die Stoffwechselrate hat.

Die Forschungen haben allesamt gemeinsam, dass das Wasser auf nüchternen Magen getrunken wurde und die Stoffwechsel-steigernde Wirkung vorübergehend oder von kurzer Dauer, begrenzt auf eine halbe Stunde bis zu einer Stunde nach der Zeit des aktiven Trinkens, war. Es wurde die These aufgestellt, dass das Trinken einer größeren Menge Wasser über den Tag verteilt, d.h. viermal täglich 500 ml = insgesamt 2 Liter (ca. 8 Gläser), den Energieaufwand vervierfachen könnte. Welche Auswirkungen das häufigere Trinken kleinerer Mengen hat, wurde nicht diskutiert. Dies kann jedoch eine sinnvolle Methode für Menschen darstellen, für die große Mengen schwierig und sogar entmutigend sind. Wenn Muskelhydratation in der Tat eine Rolle spielt, könnte eine angemessene Gesamtwasseraufnahme Ihrem Stoffwechsel gut dienlich sein, ganz unabhängig davon, wie Sie dies erreichen. Es sollte jedoch angemerkt werden, dass das Trinken von mehr Wasser, als Ihr Körper tatsächlich benötigt, Ihre Anstrengungen zunichtemachen kann. Dies gilt insbesondere, wenn Sie bestimmte Herz- oder Nierenkrankheiten haben.

Obwohl Wasser zu trinken kein Ersatz für eine angemessene Ernährung und sportliche Betätigung als Methoden zum Gewichtsverlust ist, wurde die Wirkung als signifikant genug eingestuft, den Anstrengungen einen zusätzlichen Schub zu verpassen. Die Ergebnisse der Studien können zudem ein wenig mehr Motivation bieten, die allgemein empfohlenen acht 8 240 ml-Gläser Wasser pro Tag zu trinken. So profitieren Sie von all den gesunden Eigenschaften, die Wasser zu bieten hat.

Wenn du mehr erfahren möchtest und bereit bist für den Start in ein neues, gesünderes Leben, klicke hier.

 ______________________________________________

Literaturnachweise:

  1. Boschmann M, Steiniger J, Hille U, Tank J, Adams F, Sharma AM, Klaus S, Luft FC, Jordan J. Water-induced thermogenesis. J Clin Endocrinol Metab. 2003 Dec;88(12):6015-9.
  2. Boschmann M, Steiniger J, Franke G, Birkenfeld AL, Luft FC, Jordan J. Water drinking induces thermogenesis through osmosensitive mechanisms. J Clin Endocrinol Metab. 2007;92 (8): 3334
  3. Dubnov-Raz G, Constantini NW, Yariv H, Nice S, Shapira N. Influence of water drinking on resting energy expenditure in overweight children. Int J Obes (Lond). 2011 Oct;35(10):1295-300.
  4. Kocełak P, Zak-Gołąb A, Rzemieniuk A, Smętek J, Sordyl R, Tyrka A, Sosnowski M, Zahorska-Markiewicz B, Chudek J, Olszanecka-Glinianowicz M. The influence of oral water load on energy expenditure and sympatho-vagal balance in obese and normal weight women. Arch Med Sci. 2012 Dec 20;8(6):1003-8.

Kommentar 16

  1. Profilbild von Fit2018

    Grundsätzlich geht auch Mineralwasser. Doch wer im allgemeinen dazu neigt zu wenig zu trinken, dem fällt es leichter die erforderliche Menge Wasser mit “stillem” Wasser zu erreichen.
    Habe selbst auch mit stillem Wasser angefangen und trinke nun Mineralwasser.
    Wichtiger finde ich es, dass man sich morgens seinen Tagesbedarf herrichtet, denn dann hat man den Überblick, ob man seinen tagesbedarf erreicht hat. Im Stress vergißt man häufig das Trinken.

      • Profilbild von Cora Schmitzi

        Kaffe und und grüner Tee kann man ja trinken,früher hieß es Koffein entzieht dem Körper Flüssigkeit neuste Studien haben allerdings ergeben das das nicht stimmt.deswegen gehörte grüner Tee oder Kaffee als Getränk man soll davon nicht 2-3 Kannen trinken weil dann der magen zu viel saure produziert und man Sodbrennen kriegt,und es macht Unruhe es hält wach ist von Mensch zu Mensch allerdings verschieden es gibt Menschen die schlafen besser nach einer Tasse Kaffe eine Stunde vorm schlafen gehen..
        Viele Grüße

  2. Profilbild von Gutemine

    Als ob Übergewichtige Personen kein Wasser während des Tages trinken würden…
    und wenn das Wasser nur mit dem lehren Magen getrunken werden soll, was kann mir das trinken wäherend des Tages nützen bzw., wenn man mit dieser Diät 5-6 mal am Tag essen muss, wann ist das nächste mal der Magen lehr damit das uns helfen kann?
    Und wenn es bei der Frauen Kohlenhydraten verbrannt werden, was kann das für eine auswirkung auf dem Zuckerspiegel, wenn man z.B. Diabetiker ist, haben ??

    • Profilbild von Irina Kusnezov

      Nicht jede Person erreicht die empfohlene Menge an Wasser. Oft werden kalorienhaltige Getränke, wie Fruchtsaft, Cola, Latte Macchiato etc. aufgenommen, die von einigen Personen als “Wasser” wahrgenommen werden, jedoch nichts anderes als “flüssige Nahrung” darstellen.
      Um Wasser in sein Leben zu integrieren, könnte man versuchen 2 Gläser Wasser bereits nach dem Aufwachen zu trinken. So hat man auf nüchernen Magen schon 1/4 der empfohlenen Menge erreicht.

      Unsere Pläne sind relativ kohlenhydratarm und wir empfehlen ausschließlich gute Kohlenhydratquellen und natürlich eine hohe Ballaststoffzufuhr. Somit können auch Diabetiker dem Programm befolgen.

Schreibe einen Kommentar