Zuckerersatzprodukte. Als Zuckerersatzprodukte werden alle Süßungsmittel bezeichnet, die statt regulärem Zucker oder Saccharose verwendet werden. Zucker ist oft eines der ersten Dinge, die wir ersetzen, wenn wir versuchen, uns auf dem Weg zu einem gesunden Gewicht und Stoffwechsel einzuschränken.

The Best Way to Sweeten your Tea

Der süße Geschmack ist jedoch etwas, was wir alle wollen, daher sind wir auf Zuckerersatzprodukte angewiesen, besonders kalorienfreie Varianten. Die Vorteile dieser sind unter anderem ein reduziertes Kariesrisiko, Hyperglykämie – besonders ein Thema für Diabetiker, Prädiabetiker und Hyperinsulinämie, ein Problem des metabolischen Syndroms. Raffinierter weißer Zucker bleibt der Geschmacksstandard, an dem alle anderen Süßungsmittel gemessen werden.

Zuckerersatzprodukte sind in einer Vielzahl von Nahrungsmitteln und Getränken zu finden, die als “zuckerfrei” oder “Diät” beworben werden, inklusive Erfrischungsgetränken, Kaugummi, Gelees, Backwaren, Süßigkeiten, Fruchtsaft, Joghurt und Eiscreme. Viele sind erhältlich als Pulver, Tabletten und/oder Sirup, um vom Konsumenten zur Süßung von Mahlzeiten und Getränken benutzt zu werden.

Es gibt sowohl künstliche als auch natürliche Zuckerersatzprodukte, als auch welche dazwischen, die verarbeitete Formen von natürlichen Süßungsmitteln darstellen. Es gibt kalorische und solche ohne Kalorien, außerdem einige mit reduziertem Kalorienwert, die einen niedrigeren “Glykämischen Index” haben als Zucker, was bedeutet, dass Sie den Vorteil haben, den Blutzuckerspiegel nicht so schnell oder steil ansteigen zu lassen.

Künstliche kalorienfreie Süßungsmittel

Künstliche kalorienfreie Süßungsmittel beinhalten Acesulfam-K (Kalium), Aspartam, Saccharin, Zyklamat und Sucralose. Einige, wie Aspartam und Sucralose, basieren auf natürlichen Substanzen, wurden jedoch auf Arten modifiziert, die sie “nicht-physiologisch” machen, was bedeutet, dass der Körper sie nicht mehr so verwerten kann wie die ursprünglichen Substanzen. Sie sind bekannt für einen merklichen Nachgeschmack, jedoch sehr beliebt, weil sie kalorienarm sind.

Künstliche kalorienfreie Süßungsmittel sind umstritten, da sie in Studien mit verschiedenen Gesundheitsschäden in Verbindung gebracht wurden, darunter Krebs. Während behauptet wird, dass der Großteil dieser Studien an Tieren durchgeführt wurde, unter Bedingungen, die nicht unbedingt relevant für generellen menschlichen Gebrauch sind (z.B. Mengen weit über dem angemessenem täglichen Gebrauch), ist es wichtig zu bedenken, dass diese Bedingungen ähnlich derer für Medikamentenprüfungen sind – und wenngleich Risiken auch selten sein mögen, sind sie doch real. Am wichtigsten ist jedoch, das diese Süßungsmittel nachweisbar die Art beeinflussen, wie der Körper die Aufnahme wahrnimmt, und können somit zu Heißhunger führen der mit dem Jojo-Effekt verbunden ist, dem Fluch aller Diäten.

Natürliche Süßungsmittel mit Kalorien

Natürliche Süßungsmittel mit Kalorien sind Agavennektar, Honig, Rübenzucker, Dattelzucker, Rohrohrzucker, Melasse, Kokosnusszucker, Maissirup und Zuckeralkohol oder “Polyalkohol”, ebenso wie die selteneren Tagatose und Trehalose. Mit der wichtigen Ausnahme von Maissirup wird bei allen angenommen, dass sie einen niedrigeren glykämischen Index haben als raffinierter weißer Zucker, einige haben auch ein niedrigeres Potential Karies zu verursachen. Allerdings stehen die mit dem höchsten puren Fruchtzucker, wie Agave, bei überhöhtem Verzehr in direktem Zusammenhang mit dem Risiko einer Fettleber und erhöhten Triglyceriden (Blutfette). Als am besten von diesen werden Kokosnusszucker und Melasse betrachtet, die den höchsten Vitamin- und Mineralstoffinhalt von allen Zuckern/Ersatzprodukten haben. Maissirup wird mit dem höchsten Risiko verbunden, besonders der ultra-verarbeitete Maissirup mit hohem Fruchtzucker (auch bekannt als HCFS – High-fructose corn syrup), in dem die Fruktose so hoch konzentriert wurde, dass der Körper nicht mehr effektiv damit umgehen kann – deshalb wurde er mit dem Risiko für Stoffwechselkrankheiten in Verbindung gebracht.

Zuckeralkohol (wie Erythrit, Mannitol, Maltit, Sorbit und Xylit) sind Kohlenhydrate, die natürlich in bestimmten Früchten und Gemüsen auftreten, sie können aber auch künstlich hergestellt werden. Sie haben weniger Kalorien als gewöhnlicher Zucker, etwa 2/3, doch einige haben auch weniger Süße. Sie haben keinen signifikanten Nachgeschmack, können in großen Mengen aber mit gastrointestinalen Nebenwirkungen verbunden sein (Krämpfe, Blähungen, Durchfall). Mannitol und Sorbit werden am häufigsten in verarbeiteten Lebensmitteln und anderen Produkten verwendet, inklusive Schokolade, Süßigkeiten, gefrorenen Desserts, Kaugummi, Zahnpasta, Mundwasser, Backwaren und Fruchtaufstriche, meistens als gleiche Grundlage wie Zucker. Erythrit wird oft in Kombination mit natürlichen Süßungsmitteln wie Stevia rebaudiana und Mönchsfrucht verwendet, um den Geschmack zu verbessern, da es keine Kalorien hat und am wenigsten gastrointestinale Nebenwirkungen verursacht. Xylit wird auch benutzt, um Produkte zu versüßen, ist jedoch auch als eigenständiger Zuckerersatz erhältlich und wird für den Besten aller Zuckeralkohole gehalten, da er bewiesenermaßen Zahnbelag und bakterieller Überbesiedelung vorbeugt.

Tagatose und Trehalose werden als “neuartige” Süßungsmittel bezeichnet. Sie sind natürliche Zuckerarten, aus Milchwaren und Pflanzen gewonnen. Tagatose ist fast so süß wie raffinierter Zucker, mit weniger als halb so vielen Kalorien, und Trehalose ist etwa halb so süß wie raffinierter Zucker mit fast dem gleichen Kalorienwert; beide haben einen niedrigen glykämischen Index. Sie werden für gewöhnlich in Nahrungsmittelprodukten verwendet. Tagatose senkt bewiesenermaßen den Blutzuckerwert in Menschen und Trehalose hat antioxidante Eigenschaften.

Unabhängig der vermeintlichen Vorteile ist es wichtig zu beachten, dass alle bis auf Erythrit immer noch beträchtliche Energiequellen sind, und der Verzehr über den Tag verteilt kann sich schnell summieren und zu Gewichtszunahme und/oder weniger Gewichtsverlust und schwierigerem Gewichtsmanagement führen. Kleinvieh macht eben auch Mist.

Natürliche kalorienfreie Süßungsmittel sind für gewöhnlich Extrakte aus Pflanzen (Stevia und Mönchsfrucht), die von Natur aus weitaus süßer sind als Zucker. Aufgrund ihrer extremen Süße werden sie zumeist mit Füllstoffen verdünnt, inklusive Zuckeralkoholen – am häufigsten mit Erythrit (da kalorienfrei).

 Egal wie gut das Zuckerersatzprodukt ist – Mäßigung ist trotzdem wichtig

Wenn Sie sich für Zuckerersatzprodukte entscheiden, ist es wichtig, gut informiert zu sein und alle Werbebehauptungen kritisch zu betrachten. Während künstliche Süßungsmittel und Zuckerersatzprodukte mit Gewichtsverlust und dem Blutzucker-Management helfen können, werden sie nicht alle gleich hergestellt, gibt es große Unterschiede und sie sind sicher kein Freifahrtsschein für das maßlose Verwenden von Zucker und Kalorien an anderen Stellen, und sollten auch selbst nicht übermäßig verzehrt werden. Wie bei fast allen Lebensmitteln gilt: Je natürlicher, desto besser.

Behalten Sie bei Ihren Bemühungen mit dem Halten Ihres Gewichts und Ihrer Gesundheit im Kopf, dass ein Produkt, nur weil es als zuckerfrei vermarktet wird, nicht unbedingt kalorien- oder kohlenhydratfrei ist, und dieses sie ganz sicher nicht automatisch gesund macht. Wenn Sie zu viele zuckerfreie Lebensmittel verzehren, können Sie trotzdem noch durch die kalorischen Zusatzstoffe zunehmen, und Sie können denselben Gesundheitsrisiken ausgesetzt sein.

Fazit

Wenn Sie Bedenken haben, greifen Sie immer zur natürlichen Wahl: Mönchsfrucht Süßungsmittel (Monk Fruit in the Raw, Nectresse) oder unverarbeitetes Stevia Pulver/Flüssigkeit/Sirup, wenn Sie etwas haben möchten, dass sich am Ende des Tages nicht zusammenläppert, oder auch Xylit, wenn Ihr Verzehr generell eher gering ist.

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Kommentar 2

  1. Profilbild von Lebensfroh

    Hallo Temenbaum,
    Ich bin ein frischling hier seit heute. Es stimmt bedingt was du da sagst. Meistens hat es mit dem inneren (sagt man so) schweinehund zutun, oder es heißt disziplin. Aber ich weiß genau was du damit sagen willst, Du könntest mir trotzdem recht geben in meiner Ausführung.

    Es gab eine phase in meinem Leben, das ich gefastet haben eine Sache die mit gebet zutun hat. Mir sagte man, und das stimmt schon, man kann das Gehirn schon austricksen, in dem man viel Trinkt Mineralwasser, oder vorab ausgepresste säfte. (wichtig ist, das man sich für sich Zeit nimmt, ) Bei mir hat es damals funktioniert, nicht bei jedem, gebe ich zu. Aber das Magische Wort nennt sich einfach, den innere schweinehund überwinden und austricksen. Versuche es. Ich weiß, dein kommentar ist inzwischen über ein Jahr her. Aber bitte denk über meine strategie nach. Versuche es an dir selbst. Wenn du magt, erzähle es mir, was du von meinem Vorschlag hältst. Shalom Lebensfroh

  2. Profilbild von telebaum

    Das Gehirn lässt sich leider nicht austricksen. Wenn die süße Geschmackserwartung auf Kalorienzufuhr hinweist und dann keine Energie geliefert wird, aktiviert das Gehirn einen Notfall-Modus, in dem früher oder später die Standard-Strategie “Kalorienzufuhr” (also erhöhte Nahrungsaufnahme) ausgeführt wird. Dann hat man keinen wirklichen Handlungsspielraum außer zu essen.
    Es ist absolut wichtig, dem Süßen Geschmack auch Kalorienzufuhr folgen zu lassen. Das kann man ja maßvoll tun – aber Zuckeraustauschstoffe/Süßstoffe haben hier eine verheerende Wirkung. Diesen Effekt nutzt man übrigens in der Schweinemast, in der “kalorienfreie” Süßstoffe dafür sorgen, dass die Tiere übermäßig essen.
    (Läst sich nachlesen bei Prof. Dr. Joachim Peters, Stichwort ‘Selfish Brain Theory’).

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